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Der fusiforme Gesichtsbereich: eine kortikale Region, die auf die Wahrnehmung von Gesichtern spezialisiert ist

Gesichter gehören zu den wichtigsten visuellen Reizen, die wir wahrnehmen und die uns nicht nur über die Identität einer Person informieren, sondern auch über ihre Stimmung, ihr Geschlecht, ihr Alter und ihre Blickrichtung. Die Fähigkeit, diese Informationen innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde nach dem Betrachten eines Gesichts zu extrahieren, ist wichtig für normale soziale Interaktionen […]

Gesichter gehören zu den wichtigsten visuellen Reizen, die wir wahrnehmen und die uns nicht nur über die Identität einer Person informieren, sondern auch über ihre Stimmung, ihr Geschlecht, ihr Alter und ihre Blickrichtung. Die Fähigkeit, diese Informationen innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde nach dem Betrachten eines Gesichts zu extrahieren, ist wichtig für normale soziale Interaktionen und hat wahrscheinlich eine entscheidende Rolle für das Überleben unserer Primatenvorfahren gespielt. Umfangreiche Erkenntnisse aus verhaltens-, neuropsychologischen und neurophysiologischen Untersuchungen stützen die Hypothese, dass der Mensch über spezialisierte kognitive und neuronale Mechanismen verfügt, die der Wahrnehmung von Gesichtern gewidmet sind (die Hypothese der Gesichtsspezifität). Hier überprüfen wir die Literatur zu einer Region des menschlichen Gehirns, die eine Schlüsselrolle bei der Gesichtswahrnehmung zu spielen scheint, bekannt als der fusiforme Gesichtsbereich (FFA). Abschnitt 1 umreißt den theoretischen Hintergrund für einen Großteil dieser Arbeit. Die Hypothese der Gesichtsspezifität fällt direkt auf die eine Seite einer langjährigen Debatte in den Bereichen Kognitionswissenschaft und kognitive Neurowissenschaften über das Ausmaß, in dem der Geist / das Gehirn besteht aus: (i) speziellen (‚domänenspezifischen‘) Mechanismen, die jeweils der Verarbeitung einer bestimmten Art von Information gewidmet sind (z. B. Gesichter, gemäß der Hypothese der Gesichtsspezifität), versus (ii) allgemeinen (‚domänengenerellen‘) Mechanismen, die jeweils mit jeder Art von Information arbeiten können. Die Gesichtswahrnehmung diente lange Zeit sowohl als einer der Hauptkandidaten eines domänenspezifischen Prozesses als auch als Hauptziel für Angriffe durch Befürworter domänengenereller Theorien von Gehirn und Geist. Abschnitt 2 gibt einen kurzen Überblick über die bisherige Literatur zur Gesichtswahrnehmung aus Verhalten und Neurophysiologie. Diese Arbeit unterstützt die gesichtsspezifische Hypothese und argumentiert gegen ihre domänenallgemeinen Alternativen (die Individuationshypothese, die Expertise-Hypothese und andere). Abschnitt 3 umreißt die neueren Erkenntnisse zu dieser Debatte aus der Bildgebung des Gehirns, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf der FFA liegt. Wir überprüfen die Beweise dafür, dass die FFA selektiv an der Gesichtswahrnehmung beteiligt ist, indem wir fünf der am häufigsten diskutierten Alternativen zu dieser Hypothese ansprechen (und widerlegen). In Abschnitt 4 betrachten wir neuere Erkenntnisse, die Hinweise auf die in der FFA durchgeführten Berechnungen und die Art der Darstellungen geben, die die FFA aus Gesichtern extrahiert. Wir argumentieren, dass die FFA sowohl Gesichter erkennt als auch die notwendigen Wahrnehmungsinformationen extrahiert, um sie zu erkennen, und dass die Eigenschaften der FFA zuvor identifizierte Verhaltenssignaturen der gesichtsspezifischen Verarbeitung widerspiegeln (z. B. den Gesichtsinversionseffekt). Abschnitt 5 fragt, wie sich die Berechnungen und Darstellungen in der FFA von denen in anderen nahe gelegenen Regionen des Kortex unterscheiden, die stark auf Gesichter und Objekte reagieren. Die Evidenz weist auf klare funktionelle Dissoziationen zwischen diesen Regionen hin, was zeigt, dass die FFA nicht nur funktionelle Spezifität, sondern auch Bereichsspezifität aufweist. Abschließend spekulieren wir in Abschnitt 6 über einige der umfassenderen Fragen, die durch die aktuelle Forschung zur FFA aufgeworfen werden, einschließlich der Entwicklungsursprünge dieser Region und der Frage, ob Gesichter einzigartig sind oder ob ähnlich spezialisierte Mechanismen auch für andere Bereiche der Wahrnehmung und Kognition auf hoher Ebene existieren.

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